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Wie ich im letzten Artikel bereits angedeutet habe, gibt es kaum einen Beruf, in dem nicht die Gefahr des Ausbrennens besteht. Dabei sind bürokratische Organisationen besonders anfällig, wo er durch 3 Faktoren beeinflußt wird: Überlastung, Mangel an Autonomie und Mangel an Belohnung. Zur Präzision sei gesagt, dass sowohl Menschen in öffentlichen wie privaten Organisationen vom “Ausbrennen” bedroht sein können.
Bevor wir aber zum Kern des Themas kommen, möchte ich einen kurzen Blick zurückwerfen, an die “Anfänge” des Bürokratismus. Woher stammt er? Und was bedeutet er?
Nun, das Wort “bureau” stammt aus dem Französischen des 17. jahrhunderts und wird als Amts- oder Arbeitszimmer bezeichnet, im weiteren Sinn auch eine Abteilung oder Dienststelle. Im Grunde war es nur ein Schreibtisch und aus jenem Schreibtisch wurde grob vereinfacht eine Behörde, hierarchisch gegliedert, und die Macht des Büros wurde als Bürokratie bezeichnet. Es wurden Beamte gewählt, die sogenannten Bürokraten, strenge Vorschriften erlassen und genau definierte Zuständigkeiten festgelegt. Je zahlreicher die Vorschriften wurden desto größer und aufgeblähter wurde der Apparat. Diese Verwaltungsstruktur wurde exportiert und blüht nun auf der ganzen Welt.
Heute sind bürokratische Organisationen selbst von Experten kaum mehr durchschaubar. Wenn man Menschen in solchen großen Gebilden befragt wie es ihnen nun geht, so hört man übereinstimmend, dass Zeitdruck, Aufgabenüberlastung und Hetze in Beruf und Freizeit die Hauptstressoren sind. Das Gefühl des permanenten Gestresstsein, der Überbeanspruchung, der Überforderung und der, zwischen vielen Möglichkeiten sich entscheiden müssen, nagt an der Psyche.
Große Organisationen sind oft mit starrer Hierarchie ausgestattet und wer auf der unteren Ebene dieser Hierarchie beginnt, ist gewöhnlich noch nicht gezwungen, sich zwischen Mut und Entscheidungsfreude einerseits und Untentschlossenheit und Feigheit anderseits zu entscheiden. Doch wenn er anfängt, die Leiter emporzuklettern, neigt er, von oben nach unten anzuordnen, wenig Verantwortung zu delegieren und möglichst viel zu kontrollieren. Mitarbeiter fühlen sich in solchen Systemen ausgeliefert und entmündigt.
Es fehlt auch häufig an Wertschätzung von Mitarbeitern. Beförderung und Gehaltserhöhung hängen von undurchschaubaren Beurteilungen ab. Unabhängigkeit, Entscheidungsfreude und jede Form spontanen Handelns werden reglementiert und bringen Gefahr.
Versucht jemand, sich über den Amtsschimmel hinwegzusetzen, wird ihm vorgeworfen “seine Befugnisse zu überschreiten”, “seine Vorgesetzten zu übergehen”, “den Rahmen der geltenden Richtlinien zu verlassen” oder “gegen seine Treuepflicht zu verstoßen”.
Unter diesen Bedingungen entstehen auf der einen Seite unmotivierte, passive, niedergeschlagene und von Selbstzweifel geplagte Mitarbeiter, die meinen für den Mißerfolg selbst schuld zu sein und auf der anderen Seite die wahren Bürokraten, autoritätshörig und ihren Vorgesetzten bedingungslos gehorchsam, aalglatte Langeweiler, dümmlich grinsende Aussitzer und feige Schleimer, die das ganze Gewicht ihrer Autorität, denen gegenüber zur Geltung bringen, die von ihnen abhängig sind – letztlich denen, die die Öffentlichkeit bilden.


Agosto 4, 2008 alle 8:29 am |
The leaders I met, whatever walk of life they were from, whatever institutions they were presiding over, always referred back to the same failure something that happened to them that was personally difficult, even traumatic, something that made them feel that desperate sense of hitting bottom–as something they thought was almost a necessity. It’s as if at that moment the iron entered their soul; that moment created the resilience that leaders need.WarrenG.BennisWarren G. Bennis