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So, liebe Freunde, nun ist der Augenblick gekommen, die Funktion des “Freundes” in einer Konfliktsituation genauer zu durchleuchten. Wie wir bereits wissen, wird der Intrigant oder Mobber als erste Maßnahme den Versuch unternehmen, im Umfeld seines Opfers “terra bruciata“, das heisst: verbrannte Erde zu hinterlassen. Nur, wenn das Opfer oder Angriffsziel weitgehend isoliert wird, ist die Chance von Seiten des Angreifers groß, sein gewünschtes Ziel, die Vernichtung, Eliminierung, das Kaltstellen des ins Visier genommenen Gegners zu erreichen.
Darum verlangt ein solches Szenario höchste Wachsamkeit. Wachsamkeit, um einen Hieb aus dem Hinterhalt rechtzeitig zu erkennen und die Abwehr planen zu können. Abgesehen vom rechtzeitigen Erkennen eines Angriffs gibt es noch einen weiteren elementaren Punkt, den es zu beachten gilt, nämlich das “Wissen” um meine Schwachstellen. Jeder von uns hat eine Stelle, eine Flanke, an der er besonders verwundbar ist. Leider fällt es uns oft schwer, solche Weichstellen zu lokalisieren, und wenn es gelingt, sie zu akzeptieren. Solche Weichstellen können sein: leutseeliges Vertrauen (nur ein Narr schenkt sein Herz jedem der vorüber geht), Seelenstriptease (Preisgabe von persönlichen und intimen Begebenheiten, in der irrigen Annahme mein “Beichtvater” wird es schon für sich behalten), Selbstverliebtheit und Egotrip (schon Narziss fiel damit kräftig auf die Schnauze). Alles im allem, schwere Munition in den Händen des Intriganten, die er ohne Skrupel auch einsetzen wird, beginnend mit Klatsch und Tratsch, bis hin zu brutaler Denunziation. Gelingt es mir nicht, diese Schwachstellen im eigenen Verhalten in den Griff zu bekommen oder sie zu ändern, bleiben mir noch zwei weitere Hilfsmittel. Zum einen die Panzerung der Weichstellen durch Freunde oder im Falle von Mobbing, das rechtzeitige Einschalten von übergeordneten Stellen. Vorsorge und Panzerung sind die besten Verteidigungsmittel.
Aber nun zu den Freunden. Es dürfte jedem einigermaßen klar sein, daß Freund nicht gleich Freund ist. Wir müssen an dieser Stelle unterscheiden zwischen aufrichtigen Freunden (basiert auf Vertrauen und Respekt) und Bundesgenossen, Verbündeten nach dem Motto: “der Feind meines Feindes ist mein Freund”. Deshalb gilt hier: “TRAU-SCHAU-WEM“.
Gute und kluge Freunde werden mich verteidigen, auch um den Preis selbst in Schwierigkeiten zu geraten, aber vor allem kann ich sicher gehen, nicht an das Messer geliefert zu werden.
Bundesgenossen und Verbündete sind sogenannte fließende Freundschaften nach dem Motto: “Alles fließt dahin” auch Freundschaften.
In beiden Fällen gilt aber die Devise, die Pflege solcher Freundschaften müssen ständig kultiviert werden, sonst läuft man Gefahr zu scheitern.
Nächstes mal gehen wir zum Angriff über. Bis dann!
Pubblicato da Meinrad
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