Intrige oder “Angriff ist die beste Verteidigung”

Ottobre 26, 2008


Carl von Clausewitz, preußischer General und Begründer der modernen Kriegsführung hat in seinem Werk “Vom Krieg” folgende Überlegung postuliert: Gehe dem größten entscheidensten Zweck nach, welchen du zu erreichen vermögest, wähle den kürzesten Weg dazu, den du dich zu gehen getraust, das heißt: die Wahl des Zwecks hängt von der individuellen Meinung ab und letztlich von intuitiven Können, was wiederum heißt: Unternimm keine Versuche, ein Problem zu lösen, ohne zur Überzeugung gelangt zu sein es auch lösen zu können. Prüfe gute Ratschläge von Freunden oder Außenstehenden auf seine Konsistenz.

Dafür gibt es eine Faustregel: Frage deinen Ratgeber, ob er seinen Rat ohne Vorbehalt mit sich selbst anwenden würde. Kommt sein Redefluss ins Stocken oder beginnt er zu stottern, dann gehe davon aus, daß der “gutgemeinte Ratschlag” nichts taugt, denn um nochmals Clausewitz sprechen zu lassen, es ist vergebens, daß man einem furchtsamen Menschen einen kühneren Kalkül vormacht, als der seinige ist; für ihn ist der seinige viel wahrer.

Fazit: Mut ohne Überzeugung bringt dich geradewegs in die Hölle.

Gut, aber nun zum praktischen Teil unserer Strategie. Wie wir im vorhergehenden Text (Die Intrige oder der Feind meines Feindes ist mein Freund) gesehen haben, ist es bei Mobbingattacken und Intrigantentum äußerst wichtig sich mit Freunden zu umgeben, denen man Vertrauen kann und die dich schützen.

Aber damit ist es nicht getan, wir brauchen nun einen Plan, um einer Konfliktsituation entgegenzuwirken.

Dazu muß ich mir zuerst einen Gesamtüberblick verschaffen, das heißt:

-  Mit wem habe ich überhaupt Probleme (es können eine oder
   mehrere Personen sein)?
-  Wo liegen diese Konflikte?
-  Wer sind die Personen auf die er zählen kann?
-  Auf wen kann ich zählen (sichere Freunde)?
-  Welche Position nehmen der/die Vorgesetzten ein?
-  Wer verhält sich und bleibt neutral (sehr wichtig)?
-  Habe ich die Möglichkeit den Zeitpunkt der Konfliktaustragung
   zu steuern?
-  Was kann ich beisteuern, um den Konflikt zu entschärfen?

Wenn ich von den vorliegenden Fragen drei bis vier als besonders wichtig erachte, kann ich davon ausgehen, die Lage unter Kontrolle zu haben. Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß der Mensch nicht mehr als drei bis vier Beobachtungspunkte gleichzeitig unterhalten kann ohne sich heillos zu verzetteln.

Besonders wichtig ist, daß nicht alle Probleme gleichzeitig ausbrechen oder gleichzeitig zur Lösung drängen.

Sollte es aber trotzdem dazu kommen, bereinigt man den Konflikt auf kürzestem Weg und scheut nicht den offenen Krieg.


Die Intrigen oder… “Wie grabe ich dir das Wasser ab”

Ottobre 2, 2008


Wenn ich mir die Zugriffe auf diesen Blog betrachte, sehe ich, daß das Thema “Intrige” besonders oft gewählt wird. Dies kann nur bedeuten, daß einige von euch in irgendeiner Form bereits Bekanntschaft mit dieser Handlungsweise gemacht haben. Aus diesem Grunde will ich heute dieses Thema nochmals aufgreifen.

Im letzten Text (Der Intrigant) habe ich bereits die Rolle der Intrige als Mittel der Konfliktlösung in der Geschichtschreibung und Literatur kurz skizziert. Die Gebrüder Grimm benutzten dieses dramatische Mittel in ihren Märchen, wir finden sie in Heldensagen, Tragödien, Komödien und in “soap operas”. Selbst in der Bibel wird die Intrige im 9. Gebot als Verleumdung erwähnt.

Tragische Gestalten, die der Intrige zum Oper fielen, finden wir in der griechischen Mythologie bei Odysseus gegen Palamedes, im Alten Testament bei Samson und Delilah, im Alten Rom bei Julius Cäsar und seinen Senatoren. Maria Stuart fiel einer Intrige ihrer Cousine Elsabeth zum Opfer, es kostete ihren Kopf. Der Fürst (Cesare Borgia) und sein nicht minder berüchtigter Vater (Papst Alexander VI) trieben Heuchelei und Täuschung bis zur Vollendung.

Bis in die heutige Zeit herauf ist die Intrige ein Instrument um den Gegner auszutricksen, Schach-matt zu setzen, zu verleumden, verunglimpfen und denunzieren. Und wird mal einer erwischt, wie es dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Nixon in der Watergate Affäre ergangen ist, werden solche Techniken als inoperative (unwirksam) bezeichnet, was so viel bedeutet, daß getrickst und gelogen wurde. Nicht die Intrige und die Unwahrheit, sondern daß mit diesem Verhalten keine Zustimmung zu erreichen war, machte sie inoperative. Ob es moralisch verwerflich, wahr oder Lüge war, stand überhaupt nicht zur Debatte.

Ein eklatantes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist die eines bekannten deutschen Politikers, der sich vor einem Jahr um einen hohen Posten in seiner Partei bewarb. Da er in der Bevölkerung eine gewissen Grad an Beliebtheit genoss, waren seine Chancen gar nicht schlecht, diese Parteifunktion übernehmen zu können. Weil aber seine Genossen bereits entschieden hatten, wer dieses prestigeträchtige Amt übernehmen sollte und er sich nicht überreden ließ, seine Kanditatur zurück zu ziehen, wurden Gerüchte über sein Privatleben gestreut, die prompt von der Boulevardpresse aufgegriffen ihn in eine unhaltbare Situation brachte. Seine Karriere in der Parteipoltik war vorerst zu Ende. Der Mann hat einen Fehler gemacht (bekanntlich macht jeder Mensch Fehler), aber diese triviale Wahrheit haben seine Gegner genutzt um ihn “auflaufen” zu lassen. Inwieweit er nachträglich von seinen “Freunden” noch verhöhnt wurde nach dem Motto “Tut mir leid, aber die Parteiraison, du weißt ja….entzieht sich meiner Kenntnis.“

Übrigens: In drei Wochen müßte diese Person den vor einem Jahr durch Intrige verlorengegangen Posten übernehmen können. Das Sprichwort: “Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein” hat sich hier bestätigt. Wir wünschen ihm viel Erfolg.

Aber nun zurück zu uns. Wie wir gesehen haben, kann der Satz “Jeder macht mal einen Fehler” nicht nur “menschlich” sondern unter Umständen “tödlich” sein, besonders dann, wenn euch keine echten Freunde zur Seite stehen oder bei zu viel Vertrauensseligkeit.

Aber davon das nächste mal!


Der Intrigant

Luglio 9, 2008


Hand aufs Herz.
Wer hat noch nie von Intrigen, Intriganten gehört oder gelesen, kennt einen im Büro oder hat nicht selbst mal aus der Not heraus eine Intrige gesponnen. Nun, da sind wir in bester Gesellschaft. Die gesamte Weltliteratur hätte ohne Intrige kaum Erfolge erzielt: von Homer bis Shakespeare und Arthur Miller…  ohne die Intrige wären ihre Werke keinen Pfifferling wert.

Die Geschichte ist voll davon: von der Antike hin zum Mittelalter bis in die Neuzeit, immer wurde intrigiert und denunziert. Macchiavelli, der Fürst und absolute Befürworter der Intrige sagt, man stoße fortwährend auf schlechte Menschen, daher müsse man auch selbst “zweckmäßig” handeln. Dies widerspricht zwar unserer christlichen Ethik, die die (beschämend) gute Tat als Antwort auf die böse Tat fordert.

“Ein Mensch der immer nur Gutes tun wollte, muß zugrunde gehen unter so vielen, die nicht gut sind. Daher muß der Fürst, der sich behaupten will, auch imstande sein, nicht gut zu handeln und das Gute tun und zulassen, wie es die Umstände erfordern.”  Diese bittere Aussage entspricht, wenn wir uns umsehen, der allmeinen Erfahrung – so ist das tägliche LEBEN.

Im täglichen Leben, auf der Arbeitstelle, im Privatleben oder im Freundeskreis erscheint uns der Intrigant jedoch anders. O Gott, das soll nicht heißen, daß er nicht die eine oder andere “klassische” Eigenschaft hätte. Wichtig ist aber, daß er uns nicht als Bösewicht entgegentritt, sondern als ganz normaler Mensch. Ein Mann/Frau der sich im Falle eines Konfliktes gelegentlich eines Tricks bedient, um seinen Gegener auf die Matte zu legen und eine alte Rechnung zu begleichen. Er würde zwar die offene Auseinandersetzung vorziehen, aber das hängt nicht nur vom möglichen Sieg ab, sondern auch von seiner gesellschaftlichen Umwelt. Wenn er sich trotzdem für die Ränke entscheidet, so deshalb, weil der erhoffte Erfolg das Risiko rechtfertigt.

Aber reden wir von jenen fiesen Typen, deren Hemmungen geringer sind und die skrupelloser vorgehen. Sie sind von ihrem Wesen her feige und ihre mangelnde Intelligenz läßt sie Bedenken rasch überwinden. Wenn solch ein Typus Mensch in ein System eintritt, das bisher seine Konflikte vorwiegend fair ausgetragen hat, kann dies das bisherige Klima regelrecht vergiften. Denn er braucht Vasallen um sich, die ihn beschützen und helfen, so daß sich im Spiel der Kräfte regelrecht Cliquen bilden, die sich mit einem umfangreichen Protektionssystem schützen. In solchen Gruppen rutscht die moralische Haltung auf den gemeinsamsten Nenner ab.

Es ist schon erstaunlich, welchen Einfluss solche “Spinnen im Netz” sich verschaffen, ohne daß das von vorneherein durchschaut wird. Für die Intrigenverseuchung von Sozialkörpern ist das Verständnis wichtig, wie ein normaler Mensch zum Intriganten wird. Oft läßt ihm das gesellschaftliche Umfeld keine Wahl. Die Ansteckung und das Mitschwimmen lassen Skurpel überwinden. Da den normalen Menschen oft die Raffinesse fehlt, wählen sie einfache Tricks. Die “Verleumdung” des Widersachers spielt dabei die Hauptrolle.

Hand aufs Herz: Welche Rolle spielen sie in ihrem Bereich?