Dienen!

Agosto 22, 2008


Letztes Mal habe ich den Text eines Liedes der Gruppe Ich + Ich mit dem Titel “Dienen” in den Blog gestellt, den ich heute ausführlicher kommentieren möchte. Ich finde den Text deshalb so wunderbar, weil er ein Thema anspricht, wo wir alle irgendwie in irgend einer Form, ob beruflich oder privat, mal damit zu tun haben.

In der Arbeit, im Privatleben, in der Liebe dienen wir irgendwem und doch fällt es vielen schwer zuzugeben, dass ich Mann vor meiner Frau schon mal in die Knie geh und sie um Verzeihung bitte, dass ich Arbeiter mich bei meinem Chef einschleime, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen, dass ich Verliebter mich bei meiner Angebetenen zum Affen mache, dass ich Sklave meiner Uhr bin.

Jedes Jahr beginnen Tausende von Menschen eine Tätigkeit, um anderen zu “dienen”.
Besonders die helfenden Berufe und ihre Arbeit beeinflussen unser Leben, unsere Gefühle und Entwicklung. Wer einen helfenden Beruf ergreift, hat gewöhnlich altruistische Motive. Er möchte anderen dienen, aber nicht nur, sie möchten auch einen Beitrag leisten, um die Welt “besser” zu machen.

Diese Dienerhaltung kann aber auch seine Anziehungskraft verlieren, wenn Idealismus und Engagement verloren gehen, wenn an die Stelle von Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, Stechuhrmentalität und Zeitdruck das sagen haben. In den USA hat eine Umfrage bei Patienten an einem großen Krankenhaus ergeben, dass 90% der Befragten den Ärzten und Krankenschwestern mangelndes “Mitgefühl” bescheinigten und dass nur noch die Aufseher am industriellen Fließband als noch weniger empathisch eingeschätzt wurden.

Zu oft werden Patienten als “Krankheitsträger” oder “Problemträger” und nicht als Menschen, in einer gesundheitlichen Krise betrachtet. Wer nun meint dies könnte in Europa nicht passieren, der irrt. Der bürokratische Konformismus hat bereits dafür gesorgt dass “wirtschaftliche Überlegungen” die Kluft zwischen Verwaltungsexperten, Statistikern, Ökonomen und professionellen Praktikern vertieft.

Wenn weniger Hilfsbereitschaft und Engagement gezeigt wird, dann nimmt auch die Qualität ab, und Qualitätssicherung wird nur mehr zu einer leeren Floskel, dann bist du wirklich nur mehr Dreck für “Niemand”, weil “Niemand” mehr auf dich scheißt.


Depersonalisation

Luglio 21, 2008

© 2008 Kairos snc di Greco Sabina & Co.

© 2008 Kairos snc di Greco Sabina & Co.


Ironische Distanzierung als Flucht aus der Routine

Maggio 28, 2008


Die Abwertung von Arbeit und Leistung macht die Leistung und die fachliche Kompetenz zunehmend IRRELEVANT. Die Entwertung der Arbeit verleitet die Menschen als einzige Alternative zu “Langeweile und Verzweiflung”, ihre Arbeit mit selbstkritischer Distanzierung zu betrachten. Wenn Arbeit zum bloßen Rollenspiel entartet, versucht der Arbeitende, ob am Fließband oder einen hochbezahlten Job in der Bürokratie, dem aufkommenden Gefühl der eigenen Belanglosigkeit zu entrinnen, indem er sich “eine ironische Distanz zur Alltagsroutine” schafft. Er bemüht sich das Rollenspiel in eine symbolische Erhöhung des Alltagsleben zu verwandeln… er sucht Zuflucht bei Witzen, Spott und Zynismus.

Zynische Distanziertheit wird zum beherrschenden Modus des alltäglichen Umgangs!

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