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Letztes Mal habe ich den Text eines Liedes der Gruppe Ich + Ich mit dem Titel “Dienen” in den Blog gestellt, den ich heute ausführlicher kommentieren möchte. Ich finde den Text deshalb so wunderbar, weil er ein Thema anspricht, wo wir alle irgendwie in irgend einer Form, ob beruflich oder privat, mal damit zu tun haben.
In der Arbeit, im Privatleben, in der Liebe dienen wir irgendwem und doch fällt es vielen schwer zuzugeben, dass ich Mann vor meiner Frau schon mal in die Knie geh und sie um Verzeihung bitte, dass ich Arbeiter mich bei meinem Chef einschleime, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen, dass ich Verliebter mich bei meiner Angebetenen zum Affen mache, dass ich Sklave meiner Uhr bin.
Jedes Jahr beginnen Tausende von Menschen eine Tätigkeit, um anderen zu “dienen”.
Besonders die helfenden Berufe und ihre Arbeit beeinflussen unser Leben, unsere Gefühle und Entwicklung. Wer einen helfenden Beruf ergreift, hat gewöhnlich altruistische Motive. Er möchte anderen dienen, aber nicht nur, sie möchten auch einen Beitrag leisten, um die Welt “besser” zu machen.
Diese Dienerhaltung kann aber auch seine Anziehungskraft verlieren, wenn Idealismus und Engagement verloren gehen, wenn an die Stelle von Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, Stechuhrmentalität und Zeitdruck das sagen haben. In den USA hat eine Umfrage bei Patienten an einem großen Krankenhaus ergeben, dass 90% der Befragten den Ärzten und Krankenschwestern mangelndes “Mitgefühl” bescheinigten und dass nur noch die Aufseher am industriellen Fließband als noch weniger empathisch eingeschätzt wurden.
Zu oft werden Patienten als “Krankheitsträger” oder “Problemträger” und nicht als Menschen, in einer gesundheitlichen Krise betrachtet. Wer nun meint dies könnte in Europa nicht passieren, der irrt. Der bürokratische Konformismus hat bereits dafür gesorgt dass “wirtschaftliche Überlegungen” die Kluft zwischen Verwaltungsexperten, Statistikern, Ökonomen und professionellen Praktikern vertieft.
Wenn weniger Hilfsbereitschaft und Engagement gezeigt wird, dann nimmt auch die Qualität ab, und Qualitätssicherung wird nur mehr zu einer leeren Floskel, dann bist du wirklich nur mehr Dreck für “Niemand”, weil “Niemand” mehr auf dich scheißt.
Pubblicato da Meinrad 
Pubblicato da Sabina 
Pubblicato da Meinrad 
